Verfasst von: uelis | März 7, 2009

Fachjargon

Fachjargon

Die Sprache in den vielen Papieren ist oft Kauderwelsch vom Feinsten,eine Art Nirgendwosprache -

verschlüsselt und verminggimänggelet. Das Ritual des Fachjargons wird sorgfältig gepflegt,

die Form soll wohl den oft dürftigen Inhalt kaschieren . Warum auch einfach und klar,

wenn es kompliziert und unverständlich geht. Das Vokabular soll Wichtigkeit, Bedeutung erzeugen.

Da wimmelt es von Enzwörtern wie Kompetenz, Effizienz, Kongruenz und was der -enzen noch alle sein mögen.

Es wird gefeedbackt, gebenchmarkt, gemonitort,reported,gecoacht, downgesized, zieldeterminiert, prozessiert…..

was das Zeug hält !

Das erzeugt Wirkung, blendet eventuell — aber hat da Sprache noch etwas zu sagen?

Mit der Effekthascherei,der Phrasendrescherei hat unsere Sprache – auch die Fachsprache – ein Niveau erreicht,

die das Individuelle, das Persönliche, das Einzigartige verschwinden lässt.


Antworten

  1. Wie überall kann die Sprache der Situation so angepasst werden, dass eine echte Kommunikation stattfindet. Eine medizinische Diagnose einem Patienten zu vermitteln, kann seinem Verständnis in normaler Sprache angepasst werden.
    Trotzdem bleibt die medizinische Fachsprache für Fachkommunikation unentbehrlich; z.B. wäre die genaue Lage eines anatomischen Punktes am Skelett in Deutsch zu beschreiben viel zu umständlich.
    Gleiches gilt für technische Beschreibungen und gilt wohl in jedem sonstigen Fach, wenn Fachleute sich verständigen wollen. In wie weit Medien sich dieser Fachsprache bedienen sollten, hängt von ihren Ansprechpartnern und ihrem Bewusstsein/ihrer Reife ab.
    Ich spreche hier von Fachsprache nicht vom -jargon, den Du hier zu recht kritisierst.


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