Nachtigall

In unserer Nachbarschaft wohnt und singt eine Nachtigall … wunderbar !

nachtigall.jpgDie Nachtigall (Luscinia megarhynchos)

 

Nachtigallen leben im Verborgenen und machen sich in der Regel nur durch ihren klangvollen Gesang bemerkbar. Ihr kunstvolles Lied kommt allerdings am besten zur Geltung, wenn die Männchen in der Abendstille um die Wette singen, um Weibchen anzulocken. Der schlicht gefärbte Vogel ist verbreiteter als man im allgemeinen annimmt, denn zahlreiche Paare brüten entlang den grossen Flussläufen und Seen des Mittellandes.

Lebensraum
Gebüsche (oft uferbegleitend), Auenwälder, Feldgehölze und Laub- und Mischwälder mit gut ausgebildeter Strauchschicht. Auch in baumfreien Hecken. Bevorzugt sommerwarme Gebiete mit wenigen Niederschlagstagen. Entscheidend für eine Ansiedlung sind eine dichte Strauchschicht mit einer Falllaubdecke als Nahrungsraum sowie für Neststandort und Jungenaufzucht ausreichende Deckung durch krautige oder am Boden rankende Pflanzen.

Anspruch an Fläche
Bestandsdichten bis 3–20 Brutpaare/10 ha

Nahrung
Insekten, Spinnen, Regenwürmer, im Herbst auch Beeren

Verhalten
Intensiver Morgen- und Abendgesang. Nachtgesang hauptsächlich von unverpaarten Männchen. Nicht scheu, aber sehr auf Deckung achtend. Eher zu hören als zu sehen.

Gefährdung
Lebensraumverlust: Entfernen von Ufergehölzen an Gewässern, Abholzen von Hecken, Ausdehnung der Rebflächen in Hanglagen.

Förderung
Die Nachtigall ist eine jener Arten, deren Ansprüche mit dem naturnahen Waldbau allein nicht genügend gedeckt werden können. Als notwendige Ergänzung zu den übrigen Naturschutzinstrumenten ist die Nachtigall auf ein Artenförderungsprogramm angewiesen.

Schutz der Auenwälder
Schaffen von Auenwäldern im Rahmen von Gewässer-Renaturierungen
Erhalten und Fördern gut strukturierter, unterholzreicher Laub- und Mischwälder
Fördern von Gebüschzonen an Feuchtstellen und entlang von Gewässern

Verbreitung in der Schweiz
Schwerpunktmässig im Mittelland, im Wallis, im Genferseegebiet und in den tieferen Lagen des Tessins. Besiedelt vor allem die tieferen Regionen, meist unterhalb 600 m. Im Wallis infolge des günstigen Klimas bis auf 1000 m.
Verbreitung der Nachtigall in der Schweiz

Wichtigste Merkmale: Braunes Gefieder mit heller Unterseite und rotbraunem Schwanz. Kehle weisslich. Beide Geschlechter gleich. Laut vorgetragener, melodischer und abwechslungs- reicher Gesang. Singt während des Tages und in der Nacht.

Grösse und Gewicht: 16 cm, 18–27 g

Ähnliche Arten: Verschiedene, ähnlich unauffällig gefärbte Arten der Gebüschzone (Grasmücken, Laubsänger).

Brutort: Boden, Gebüsch

Gelege: 1 Gelege à 4–5 Eier

Brutdauer: 14 Tage

Nestlingsdauer: 13-14 Tage

Zugverhalten: Langstreckenzieher; Nachtzieher

Bestand in der Schweiz: 2000–2500 Brutpaare

Trend: Die Art scheint sich im Vergleich zu den 70er Jahren gebietsweise zurückzuziehen.

Rote Liste Schweiz: Potenziell gefährdet

Früher galt der Gesang der Nachtigall als schmerzlindernd und sollte dem Sterbenden einen sanften Tod und dem Kranken eine rasche Genesung bringen. Auch der Name der Nachtigall leitet sich von ihrem Gesang ab: althochdeutsch gal bedeutet „Gesang“, die Nachtigall ist also der „Nachtsänger“.

Quelle: Wikipedia

Mehr im Web

Die Nachtigall (Schweizerische Vogelwarte Sempach)
Die Nachtigall (Wikipedia)

Mehr auf waldwissen.net

Einheimische Waldvögel – Lebensweise und Förderungsmöglichkeiten
Situation der Vogelwelt im Schweizer Wald
Steckbriefe einheimischer Waldvogelarten

Originalartikel: Hahn, P., D. Heynen, M. Indermühle, P. Mollet, S. Birrer (2005): Holznutzung und Naturschutz. Praxishilfe mit waldbaulichen Merkblättern. Vollzug Umwelt. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft und Schweizerische Vogelwarte Sempach. 113 S.
Online-Version: 08.10.2007nachtigall

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