Schule

Das freut mich ! Gratuliere !

 

10 Jahre in Pension … wie die Zeit eilt …. ! Uelis  Kommentare zur Schullandschaft !

Hirtengeschichte ( über Qualitätsmanagement ) im Netz gefischt !

Qualitätsmanagement

Es war einmal ein Schäfer, der in einsamer Gegend seine Schafe hütete. Plötzlich tauchte in einer grossen Staubwolke ein nagelneuer Cherokee-Jeep auf und hielt direkt neben ihm. Der Fahrer des Jeeps, ein junger Mann in Brioni-Anzug, Cerutti-Schuhen, Ray Ban-Sonnenbrille und einer YSL-Kravatte stieg aus und fragte ihn: «Wenn ich errate, wieviele Schafe sie haben, bekomme ich dann eines?» Der Schäfer schaute den jungen Mann an, dann seine friedlich grasenden Schafe und sagte ruhig: «In Ordnung.»

Der junge Mann parkt den Jeep, verbindet sein Notebook mit dem Handy, geht im Inernet auf NASA-Seite, scannt die Gegend mit Hilfe seines GPS-Satellitennavigationssystems und öffnet eine Datenbank und 60 Excel- Tabellen mit Unmengen von Formeln. Schliesslich druckt er einen 150-seitigen Bericht auf seinem HI- Tech-Minidrucker, dreht sich zu dem Schäfer um und sagt: «Sie haben hier exakt 1586 Schafe.» Der Schäfer sagt: «Das ist richtig, suchen sie sich ein Schaf aus.» Der junge Mann nimmt ein Schaf und lädt es in seinen Jeep ein.

Der Schäfer schaute ihm zu und fragte: «Wenn ich ihren Beruf errate, geben sie mir dann das Schaf zurück?» Der junge Mann antwortete: «Klar, warum nicht.» Der Schäfer sagte: «Sie sind ein Qualitätsmanagement-Berater» «Das ist richtig, woher wissen sie das?» will der junge Mann wissen. «Sehr einfach», sagte der Schäfer: «Erstens kommen sie hierher, obwohl sie niemand gerufen hat. Zweitens wollen sie ein Schaf als Bezahlung dafür haben, dass sie mir etwas sagen, was ich ohnehin schon weiss und drittens haben sie keine Ahnung von dem, was ich mache. Und jetzt geben sie mir meinen Hund zurück!»

Von Unbekannt
Aus „Kindergarten aktuell“

Oho !!!

im Magazin der deutschen Bahn entdeckte ich einen interessanten Artikel aus dem neuen Buch von Stephan Serin :
Föhn mich nicht zu ! Wie kam mir doch alles so bekannt vor … üeberrascht war ich dann allerdings … dass es hier
um ein Gymnasium geht : kleine Leseprobe gefällig :

„ISCH BIN BUS ␣␣
Ich kam an die Werner-Heisenberg-Schule in der Brunnenstraße im Stadtbezirk Berlin-Mitte. Als ich dort mein Referendariat auf- nahm, schockte mich neben dem Mangel an Disziplin auch die fehlende Sprachkompetenz meiner Schüler. Ich hatte mich selbst nie für besonders sprachbegabt gehalten, aber im Klassenraum wurde ich mit meinen fehlerfreien Hauptsätzen zu einem lexika- lischen und syntaktischen Genie. Wenn ich hingegen den Schü- lern in der Pause beim Sprechen zuhörte, dröhnten mir sofort die Ohren:
«Musstu Alexa, ja?» «Isch Alexa, wallah.» «Ischauch.» «Hast du U-Bahn?» «Hab Bus!» «Binisch auch Bus.» «Weißdu gestern?» «Nee, weiß nisch.» «Musstu wissen gestern.» «Isch?»
«Musstu wissen.» «Was?» «Gestern. Isch bin U-Bahn. Isch kein Fahrschein. Isch gefickt
von Kontrolleur.» «Escht? Tschüüüsch! Musstu schlagen, Kontrolleur.» «Nee, nisch schlagen. Kontrolleur Frau.» «Escht schwul, die Muschi!»
In der ersten Zeit stellte ich mir oft die Frage, welche Gespräche man als Lehrer hörte, wenn man nicht wie ich auf einem Gymna- ␣␣ sium unterrichtete. Vielleicht ließen die Schüler an Haupt- und Realschulen Verben und Personalpronomen gänzlich weg und
gebrauchten nur noch Nomen. Der Pausenjargon der Jugendlichen war das eine, aber in den
Stunden machte ich keine anderen Erfahrungen. Mir bereitete die Sprache der Schüler fast körperliche Schmerzen, denn ich war von meinen Eltern früh dazu erzogen worden, auf meine Aus- drucksweise zu achten. “

OHO !

*

Hier noch ein aktueller interessanter Artikel aus dem Magazin :
sehr lesenswert !

In der Falle

Wie die Schule von Reformwahn und Bildungsbürokratie erdrückt wird

Vor einem knappen Monat, am 21. April 2010, sassen sämtliche Baselbieter Lehrkräfte in der Basler St.-Jakobs-Halle; 3000 Leute und eine Stimmung, die ungefähr so schlecht war wie an der Generalversammlung der UBS, die ein paar Tage zuvor am selben Ort getagt hatte. Der Baselbieter Bildungsdirektor Urs Wüthrich (SP) versuchte, der Lehrerschaft seinen Reform- und Sparkurs zu verkaufen, doch der Mann hatte einen sehr schweren Stand damit. So stellte der Ettinger Sekundarlehrer Daniel Vuilliomenet einen Antrag, wie man ihn im ganzen Land noch nie gehört hat: Er verlangte einen sofortigen Stopp sämtlicher Volksschulreformen. Vuilliomenet drang zwar nicht durch damit, doch 746 Lehrerinnen und Lehrer stimmten dem radikalen Vorhaben zu, und ganze 1000 enthielten sich der Stimme, was kaum anders zu deuten ist als Zeichen «tiefster Verunsicherung der Lehrerschaft einerseits durch die Reformflut und anderseits durch den undurchsichtigen Führungs- und Planungsstil der Bildungsdirektion», wie Bea Fünfschilling sagt, die Präsidentin des Baselbieter Lehrervereins.
Nicht minder reform- und bürokratiekritisch klingt es in Kantonen wie Bern, Solothurn, St. Gallen, Luzern — und Zürich. Das Stadtzürcher Primarschulhaus Allenmoos hat Mitte April seine «Aktion Schule im Sinkflug» gestartet. «Unsorgfältige Reformen und überbordende Administration fressen die Zeit für die Vorbereitung des Unterrichts und die Betreuung der Kinder — die Kinder kommen zu kurz», heisst es in einer Petition. Ein halbes Dutzend weiterer Schulen hat sich seither mit der Aktion solidarisiert, innerhalb von vierzehn Tagen haben 4000 Personen ihren Namen unter diesen Protest gesetzt.
Die Klage unter vielen der rund 100 000 Lehrerinnen und Lehrer in der Schweiz ist überall die gleiche: Es ist die Klage über einen Reformwahn, der die Schweizer Schulen in den letzten fünfzehn Jahren überzogen hat. Und mit ihm eine Bürokratisierungswelle wie nie zuvor. Von Harmos bis zur schulischen Integration sind in der Schweiz «Hunderte» von Reformprojekten auf allen Stufen am Laufen, schätzt der Bildungsforscher Urs Vögeli-Mantovani. Den genauen Überblick haben selbst die Spezialisten verloren.
Das Gleiche gilt für die Bildungsbürokratie. Ein hoffnungsloses Unterfangen, wer dieses Dickicht in Zahlen zu fassen versucht. Alle, die es versucht haben, sind kläglich gescheitert. Weil auch die Bildungsdirektionen selber dauerreformiert werden, lässt sich nichts miteinander vergleichen. Sicher ist nur, dass «das System wächst und wächst und unter dem Strich immer teurer wird», so das Fazit von Samuel Ramseyer, Präsident der Bildungskommission im Zürcher Kantonsrat, gegenüber dem «Tages-Anzeiger».
Das Grosse zeigt sich auch im Kleinen: Der langjährige Schulpsychologe einer Zürcher Vorortsgemeinde hat ermittelt, dass von 1975 bis 2008 die Schülerzahlen und Klassenlehrstellen um je 20 Prozent gestiegen sind, jene für die schulische Heilpädagogik hingegen um 155 und für Schulverwaltung gar um 355 Prozent. (Die Zahlen stammen aus Jürg Jegges Buch «Fit und Fertig».) Der Zürcher Psychologe und Hochschuldozent Jürg Frick schrieb dazu im «Tages-Anzeiger»: «Die Bürokratisierung nimmt von Jahr zu Jahr zu: Papiere, Konzepte, Programme, Formulare, Untersuchungen, Befragungen, Statistiken, Tabellen, Berichte, Leistungsvereinbarungen. (…) Statt die Kräfte der Lehrerinnen und Lehrer mit Reformen, Sitzungen und Projekten zu verzetteln, braucht es hier eine radikale Umkehr. Es braucht wenige, gut ausgewählte Reformen, die mit den Beteiligten umgesetzt werden.»

Abhängigkeiten
Frick zählt zu den wenigen, die solche Kritik überhaupt öffentlich zu äussern wagen. Viele Bildungsfachleute gehen hingegen sofort in Deckung, wenn man sie auf Stichworte wie «Bildungsbürokratie» oder «Reformwahn» ansprechen will. Einer sagt: «Das sind sehr spannende Themen, aber zu heikel für mich. Ich kann es mir nicht leisten, mich mit meinen Auftraggebern anzulegen.» Anton Strittmatter, der kampferprobte langjährige Chefpädagoge des Schweizer Lehrerverbandes LCH, sagt dazu: «Sehr viele Erziehungswissenschaftler sind ein Stück weit in die Prostitution geraten, weil sie am Tropf der Bildungsdirektionen hängen.»
Einer, den solche Rücksichtnahme herzlich wenig kümmert, ist Roland Reichenbach, 48, Pädagogikprofessor an der Universität Basel. Reichenbach sitzt in seinem grosszügigen Büro, das in der prächtigen Orangerie eines barocken Landsitzes aus dem 18. Jahrhundert zu finden ist. Der Mann, ein Hüne mit wallendem, dunkelbraunem Haar, gebürtig aus Gstaad, ist der schnellstredende Berner, den man je angetroffen hat, ein ebenso schneller Denker sowie «ein grosser Freund des arabischen Sprichwortes, dass ein schnelles Kamel haben muss, wer die Wahrheit sagt».
Roland Reichenbach passt in keine Schublade. Er ist kein Linker, kein Rechter und gewiss auch kein Anwalt der politischen Korrektheit, wohl aber der eloquenteste Reformkritiker im Land. Was nicht heisst, dass er gegen jede Reform wäre. Er weiss, dass er gelegentlich «Applaus von der falschen, der konservativen Seite» kriegt, was ihn gar nicht freut, weil er sich beileibe nicht als Romantiker fühlt, der früher alles besser fand. Reichenbach nimmt einzig seine Freiheit als Wissenschaftler in Anspruch, mehr als andere jene Frage zu stellen, die der Psychoanalytiker Aron Bodenheimer einmal «obszön» nannte: Die Frage nach dem Warum. Obszön deshalb, weil bei dieser typischen Kinderfrage die Gegenseite sofort unter Legitimationszwang gerät. Wer etwas verlangt, muss einsehbare Gründe vorbringen können, sonst wird die Sache schwierig.

Die Concorde-Falle
Sechs Jahre lang war Reichenbach Professor an der norddeutschen Universität Münster, bevor er auf den Lehrstuhl nach Basel berufen wurde. Noch bevor er dort im Februar 2008 begann, hielt er im Herbst 2007 ein fulminantes Referat vor der Aargauer Lehrerschaft über die «Concorde-Falle» und das «erfolgreiche Scheitern» von Bildungsreformen. Die Reaktion? Wie gehabt. Begeisterung an der Basis, ganz im Gegensatz zum damaligen Bildungsdirektor Rainer Huber (CVP), dessen Kanton (via Fachhochschule Nordwestschweiz) den Lehrstuhl von Reichenbach mitfinanziert. Huber war derart verärgert über diesen Auftritt, dass Reichenbach sich ernsthaft fragte, ob er tatsächlich in die Schweiz zurückkehren solle, an einen Ort, an welchem die Politik einzelnen Wissenschaftlern offenbar vorschreiben möchte, was sie sagen sollen und was nicht. Er trat seine Stelle dann trotzdem an — und bekam aus Halbdistanz, aber ohne die geringste Schadenfreude mit, wie Rainer Huber, der Ambitionierteste unter den Schweizer Bildungspolitikern, ein Jahr später mit Getöse scheiterte. Zunächst wurde sein grosses Reformprojekt «Bildungskleeblatt» an der Urne versenkt und kurz darauf der Bildungsdirektor selbst.
Die Concorde-Falle: ein Begriff, den Reichenbach im Buch «Die Logik der Unvernunft» des ungarischen Spieltheoretikers László Mérö entdeckt hat. Gemeint ist dies: Je länger man einen schlechten Film schaut, umso eher schaut man ihn bis zum Schluss. Je länger man auf einen Bus wartet, desto unwahrscheinlicher ruft man ein Taxi, weil der Bus zwischenzeitlich ja doch eintreffen könnte. Irgendwann wird es zu spät, um aufzuhören. Nicht anders bei der Concorde: Schon früh im Laufe der Entwicklung dieses Überschallflugzeugs war allen Beteiligten klar, dass das Projekt ein finanzielles Desaster sein würde. Jenseits jeder Rentabilität. Aber es steckte viel zu viel politisches Prestige drin, als dass die Verantwortlichen vernünftigerweise Übungsabbruch beschlossen hätten. So wurde die Concorde zum Prototypen für ein «erfolgreich gescheitertes» Projekt: offiziell beklatscht, inoffiziell ein Fehlschlag.
Exakt diesen Mechanismus sieht Reichenbach auch bei vielen Schulreformen am Werk, ob bei Harmos oder der schulischen Integration. Nicht dass er alles unnötig oder schlecht daran fände, denn früher war durchaus nicht alles besser. Für ihn beginnen die Probleme schon vor dem Start, nämlich bei der Begründung von Reformen: «Die behaupteten Defizite, mit denen Reformen behoben werden sollen, sind oft nicht wissenschaftlich abgeklärt worden.» Stattdessen werde pausenlos reformiert und innoviert, aber niemand wisse mehr warum.

Immer schön aktiv
Der Zeitgeist der letzten zwanzig, dreissig Jahre hielt Veränderung a priori für gut und den Status quo für langweilig. Wer etwas beim Alten belassen wollte, galt rasch als behäbig, verschlafen, von gestern. Oder zynisch. «Wenn die Politik oder die Bildungsverwaltung irgendwo ein Problem entdeckt hat, kann sie schlecht nichts tun, auch wenn niemand glaubt, dass es wirklich hilft. Untätigkeit könnte als Zynismus ausgelegt werden.» Oder wie Reichenbach in seinem Aargauer Vortrag mit sarkastischem Unterton gesagt hatte: «Hauptsache immer schön aktiv bleiben und Dinge umkrempeln, den maroden Laden ausmisten, denn irgendwo sind alle Läden marode, alle Institutionen ineffektiv, alle Schulen unwirksam, alle Lehrerinnen und Lehrer unprofessionell… Ein weites Feld also, in dem es immer etwas zu verändern gibt.»
Die Politik will handeln, aktiv sein, am liebsten gar an der Spitze, um als «Pionierin» gelobt zu werden. Es geht ja immerhin um Bildung, die mehr denn je als goldenes Tor zu einem guten Leben gilt. Weil die Politik selber unter steigendem Legitimationsdruck von Eltern, Medien und Wirtschaft steht, braucht sie ein überzeugendes Alibi: die Wissenschaft. Pädagogen, Erziehungswissenschaftlerinnen und Bildungsforscher sollen den Reformbedarf begründen. «Evidence based policy», evidenzbasierte Politik heisst der Modebegriff, der quasi ein objektives Gütesiegel suggeriert. Doch genau daran zweifelt Reichenbach: «Es wird zwar immer behauptet, Reformen förderten die Qualität des Unterrichts, aber den Beweis für diese Allerweltsthese bleiben die Reformer meistens schuldig.» Erst recht schwierig wird es, wenn ein Forscher gegen den Strom schwimmt: «Für Skepsis gibt es in diesem Bereich kaum Forschungsgelder», weiss Reichenbach aus Erfahrung. Umso grösser wird die Gefahr, dass die Forschung gefällige Gutachten für Politik und Bildungsverwaltung abliefert und mit neuen Aufträgen belohnt wird.

Die Zauberwörter
Wer reformieren wolle, sagt Reichenbach, müsse das Bestehende schlecht- und das Künftige schönreden, sonst gäbe es ja keinen Grund zum Verändern. Was es aber zweifellos gibt, ist eine Reformrhetorik, und die besteht nach Reichenbachs Erfahrung aus einem ganzen Schwall von Zauberwörtern, lauter «wohlklingenden und emotional aufgeladenen Begriffen, bei denen alle nicken und gegen die keiner etwas haben kann»: zum Beispiel Fortschritt. Innovation. Modernisierung. Koordination. Qualität. Transparenz. Oder: aktiv, autonom, selbstständig, sozial. Das Problem dieser Begriffe ist bloss, dass sie «ausgehöhlt sind» (Reichenbach). Wer will schon rückschrittliche Lehrer? Oder passive, abhängige und inkompetente Schüler?
Paradebeispiel für eine von vielen Zauberwörtern begleitete Reform ist die Einführung von Frühenglisch als zweite Fremdsprache. Das schillerndste heisst in diesem Fall Hirnforschung. Wenn «die Hirnforschung» (angeblich) sagt, je früher man eine Fremdsprache lerne, umso besser, dann können ja wohl nur Ignoranten und Hinterwäldler etwas dagegen haben. Man dürfe die Kinder nicht mit «Lernverboten» belegen, hiess eines der Argumente, mit denen man die letzten Kritiker mundtot machte. Wie genau und mit welchen Mitteln das alles funktionieren solle, das fragten nur noch die Praktiker. Hauptsache es wurde möglichst rasch eingeführt, um zu signalisieren, dass auch die Volksschule eine «moderne» Schule ist. Dass viele Lehrkräfte sehr skeptisch waren, buchte die Bildungspolitik und -verwaltung als übliches Gejammer eines notorisch veränderungsunwilligen Berufsstandes ab. Unterdessen ist die frühe Einführung zweier Fremdsprachen durchgedrückt worden, sie kostet Millionen. Die Resultate sind zwiespältig bis ernüchternd, weil man gemerkt hat, dass der Lernerfolg sehr auf die Umstände ankommt, und die passen häufig nicht zusammen. Doch längst steckt zu viel Geld und Prestige in dem Grossprojekt, als dass die Verantwortlichen selbstkritisch über die Bücher gingen. Kurz: «Die Concorde-Falle schnappt zu», wie auch Anton Strittmatter vom LCH feststellt.

Die Iso-9000-Schule
Mitte der Neunzigerjahre war bereits eine andere Englisch-Welle über die Schweiz und ihre Schulen geschwappt. Es war die «New Public Management»-, «Ranking»-,«Benchmarking»-, «Input»-, «Output»- und «Performance»-Welle. Spätestens mit der ersten Pisa-Runde im Jahr 2000, im Grunde aber schon vorher, kam sie hierzulande in Gestalt von Ernst Buschor an, jenem Professor für Finanzwirtschaft und Finanzrecht, der sich als Bildungsdirektor die Radikalreform der Zürcher Volksschule zum Ziel gesetzt hatte. Dahinter stand der Glaube eines Ökonomen an die totale Steuer-, Mess- und Kontrollierbarkeit von Bildungssystemen; Schule als ISO-9000-Projekt. Doch an Bildung als durchstandardisiertem Industriezweig glaubt Reichenbach so wenig wie zum Beispiel der Berner Pädagogikprofessor Walter Herzog.
In den USA, wo sie ihren Ursprung hatte, ist diese Welle bereits wieder verebbt, auch weil man gemerkt hat, dass die Schulen im Gefolge des Ranglistenwahns immer mehr «teaching to the test» betreiben, also nicht breite Bildung, sondern kurzfristiges Eintrichtern, um möglichst gute Testresultate zu erreichen. In der Schweiz hingegen flutet diese Reformwelle weiter.
Ein weiterer Begriff aus der grossen Kiste der Reformzauberwörter ist «Qualitätsmanagement». «Hat jemand etwas gegen Qualität? Natürlich nicht», sagt Reichenbach. Trotzdem verdreht er die Augen bei diesem Begriff, genauso wie Tausende von Lehrkräften oder LCH-Vertreter Anton Strittmatter. Denn sie machen alle die gleiche Erfahrung: Anstatt die (wie auch immer definierte) Qualität zu verbessern, wird in erster Linie eine bürokratische Papierflut provoziert: «Da schreibt man sich in Hunderten von Schulhäusern während Tausenden von Stunden die Finger mit irgendwelchen Papieren wund, man füllt Ordner um Ordner mit Titeln wie ‹total quality management›, doch letztlich macht man bloss die Lehrkräfte verrückt», wie Strittmatter sagt. Auch hinter den «externen Schulevaluationen» vermag der LCH-Vertreter selten mehr als «sündhaft teure, letztlich aber sinnlose Fassadenmalerei» zu erkennen, die in erster Linie als politische Legitimation für die vielen, vielen dafür geschaffenen Jobs in der Bildungsverwaltung diene.

Jobs, Prestige, Macht
Verkauft wird das alles mit Vorliebe unter dem Zauberwort «Professionalisierung». Klingt immer gut. Wer mag es schon «unprofessionell»? Doch wer ein Metier «professionalisieren» (und folglich reformieren) will, der ruft nach Ausbildung, Zertifikaten, Investitionen, sagt Reichenbach. Das möge in vielen Fällen berechtigt sein, und doch stelle sich die Frage, ob denn die «Profis» in jedem pädagogischen Bereich immer bessere Arbeit leisteten als die «Amateure». Reichenbach selber war mit 16 Jahren ans Berner Lehrerseminar gegangen und mit 21 ausgebildeter Primarlehrer. In Basel musste ein Lehrer eine Matura haben, in Bern hingegen nicht. «Waren die Lehrer in Basel deshalb nachweislich besser als in Bern? Darüber weiss man nichts!», sagt Reichenbach.
Trotzdem ist auch die Lehrerausbildung totalrefomiert worden mit dem Umbau der früheren praxisorientierten Seminare und Pädagogischen Hochschulen, die jetzt auch forschen müssen und theorielastiger werden und damit selber wieder zu Treibern neuer Reformen. Das müsse keineswegs falsch sein, sagt Reichenbach, der dezidiert für die Akademisierung der Primarlehrerinnen- und Primarlehrerausbildung ist. Doch bei vielen Reformen im Bildungsbereich bleibe offen, ob sie richtig und überhaupt nötig sind. «Das ist eben ein Grundproblem aller Reformen: dass die Reformer so tun müssen, als wüssten sie alles schon vorher besser.»
Sicher hingegen ist: Wer Professionalisierung verlangt, der spricht immer auch von Jobs, Prestige, Macht. Tatsächlich haben die Reformschübe zu einem Boom von Beratern und Experten geführt, die alles Neue mit Kursen, Gutachten und Weiterbildungen begleiten. Respektive kontrollieren. Genaue Zahlen gibt es nicht, es dürften etliche Tausend sein. Manche von ihnen standen früher selber vor Schulklassen und wechselten dann ins Berater- , Verwaltungs- und Expertenmetier, wohl auch deshalb, weil es mit weniger Mühsal und Verantwortung verbunden ist, als täglich vor einer Klasse mit 25 Pubertierenden zu bestehen.
Das klingt natürlich wenig schmeichelhaft. Reichenbach will den Beratern und Experten «durchaus nicht unedle Motive unterstellen». Jede und jeder will das Beste machen, helfen, Probleme lösen — aus seiner individuellen Logik heraus. Man glaubt durchaus an den Sinn des eigenen Tuns — wie jeder stolze Concorde-Pilot. Die Frage ist bloss, ob daraus auch das Beste für das grosse Ganze resultiert. Und da setzt der Pädagoge Reichenbach viele Fragezeichen.

Das Reformbusiness
Unbestritten ist allerdings, dass das Reformmetier seine Eigendynamik entwickelt. Es funktioniere wie das Gesundheitswesen, sagt Reichenbach: je mehr Ärzte, desto mehr Kranke. Der Berner Erziehungswissenschaftler Fritz Osterwalder erklärt: «Jede Verwaltungsstelle im Bildungswesen erfindet neue Reformen, um ihre eigene Existenz zu legitimieren.» Und der Ökonomieprofessor Mathias Binswanger, der an einem Buch über Reformzwänge und sinnlose Wettbewerbe arbeitet, schrieb kürzlich im Magazin «GDI»: «Jeder neue Präsident, Rektor, Direktor oder Chefbeamte einer öffentlichen Organisation muss seine Fähigkeiten zuerst einmal mit einer Reform unter Beweis stellen.» Hierauf zitiert Binswanger einen früheren HSG-Rektor mit dem Satz: «Wir müssen nicht rechtfertigen, weshalb wir Reformen durchführen, sondern weshalb wir keine Reformen durchführen.» Für den Ökonomen Binswanger ist es nur eine Frage der Konsequenz, dringend von einem nationalen Bildungsdepartement abzuraten, das man derzeit in Bern einrichten will. «Ein Bildungsdepartement würde vermutlich alles noch schlimmer machen, Reformen würden noch mehr zum Selbstzweck.»
So weit will Reichenbach nicht gehen, auch wenn er den Schlagworten ebenfalls misstraut, die dahinter stehen. Und erst recht der Vorstellung eines präzise steuer- und kontrollierbaren Bildungssystems. Im Grunde hält er das für eine sorgsam gepflegte Illusion. Dass eine Wirkung erzielt wird mit Reformen, das steht für ihn ausser Frage. Er bezweifelt nur, «ob die gewollte Wirkung wirklich kontrollierbar ist. Ich bin da bescheiden bis skeptisch.»
Hinzu kommt etwas Grundsätzliches: «Wer reformieren will, muss wissen, wohin er will. Doch wo liegt das Ziel? Man weiss nicht mehr, wo die Reise hingeht.» Ausser in der Technik glaubten die Menschen kaum mehr an Fortschritt, sagt Reichenbach. «Nehmen Sie das sozialdemokratische Milieu, das am nächsten bei den Schulreformen steht. Die liberalen, aufgeschlossenen Eltern sagen ihren Kindern: ‹Werde nicht schwanger! Mache deinen Schulabschluss! Nimm keine Drogen! Aber sonst kannst du machen, was du willst, es ist dein Leben.› Das klingt zwar liberal, aber es verdeckt nur die eigene Ratlosigkeit.» Lieber wolle man begleiten als führen, sagt der vierfache Vater Reichenbach, doch das bedeute in manchen Situationen nur, sich aus der Verantwortung zu stehlen.
Dasselbe in der Pädagogik. Reichenbach beobachtet neuerdings «eine starke Ablehnung der Normen- und Wertediskussion» in seiner Zunft. Und ebenso von klassischen pädagogischen Konzepten wie etwa dem Begriff der Autorität, obwohl in «Pädagogik» das griechische Wort «führen» steckt. So weiche man den (umstrittenen) Fragen nach Inhalten mit endlosen Diskussionen über (Re-)Formen und Strukturen aus. Die Folge davon: «Viele Erziehungswissenschaftler lassen die Praktiker allein. Denn die Praktiker wollen von einem Professor beispielsweise auch mal wissen, ob Bestrafung nun sinnvoll ist oder nicht?»

Ratlose Pädagogik
Stattdessen sieht Roland Reichenbach überall «Bindestrich-Pädagogiken» wuchern: Freizeitpädagogik, Medienpädagogik, Familienpädagogik, Umwelt-, Sport- und Sexualpädagogik. Oder die «professionelle Eltern-Pädagogik», deren Einführung der Zuger SP-Nationalrat Andy Tschümperlin kürzlich verlangt hat. Von Pädagogik, lästert Reichenbach, sei hier «nicht mehr viel zu finden». Dafür umso mehr «pädagogischer Kitsch» (Reichenbachs «Lieblingsthema») und «Political Correctness». «Lehrer sind nicht mehr Lehrer, sondern ‹Begleiter von Lernprozessen› oder ‹Gestalter von Lernumwelten›. Ich finde das schrecklich. Es ist auch nicht politisch korrekt, wenn die Lehrerin einem Kind sagt, es solle sich mehr anstrengen. Man verlangt nicht etwas vom Kind, sondern man fragt: Wie kann ich das Kind motivieren? Letzteres ist moderner, weil diese Frage nicht moralisiert, sondern das Kind entlastet. Es ist quasi das Opfer der Verhältnisse. Man kann also therapieren — und ist damit wieder beim Experten- und Beratergürtel angelangt.»
So spricht Reichenbach auch in seinen Seminaren. Und wenn ihn die Studierenden fragen, warum er die Psychologisierung der Pädagogik so hart kritisiere, zumal er doch letztlich selber davon profitiere, dann antwortet Reichenbach: «Stimmt! Doch meine Hauptaufgabe ist es, all diesen Begriffen auf den Grund zu gehen, um zu verstehen, was Sache ist.»
Die mit Abstand grösste Reformbaustelle ist derzeit die schulische Integration der behinderten und verhaltensauffälligen Kinder in die Regelklassen. Kaum ein Kanton, in dem die Lehrkräfte nicht massive Probleme damit hätten: zu grosse Klassen, riesige Leistungsunterschiede, zu viele Lehrkräfte, die sich allein gelassen und verschaukelt fühlen. Die Integration betreffe das Kerngeschäft der Schule, und sorge man nicht für die notwendigen Gelingensbedingungen, «dann droht das gesamte System zu kippen», warnt LCH-Präsident Beat W. Zemp, der oberste Lehrer der Schweiz. «Ohne genügende Ressourcen für diese Integration laufen uns die Lehrkräfte in Scharen davon.» 175 Jahre lang, so Zemp, habe die Schweizer Volksschule in bester Absicht das Gegenteil gemacht, nämlich separiert und gesondert beschult. Dann, im Jahr 1994, wurde an einer UNO-Konferenz die «Deklaration von Salamanca» unterzeichnet. Im Namen von Antidiskriminierung und Chancengleichheit wurde hier quasi auf höchster Ebene die schulische Integration verlangt. Auch die Schweiz unterschrieb die Erklärung, und fortan liess sich immer sagen: Jetzt müssen wir es auch umsetzen. (Die zweite Begründung ist der Neue Finanzausgleich, durch den die IV-Subventionen für sonderpädagogische Massnahmen wegfallen, weshalb Kantone und Gemeinden die Kinder mit «besonderen pädagogischen Bedürfnissen» nun in die Regelklassen schicken.)
Es war eine Concorde, die hier abgehoben hatte. Und einmal mehr, sagt Reichenbach: «Man musste ein Unmensch sein, um sich gegen Integration respektive für Separation auszusprechen.» Noch heute versichern die meisten Lehrkräfte, dass sie Integration zwar für den richtigen Grundsatz halten. Aber nicht die Art der Umsetzung. Denn die erfolgte wie immer von oben nach unten, im Powerplay von Bildungsverwaltung und Beratergürtel, und wer an der Basis Bedenken anmeldete, wer die obszöne Frage «Warum?» und «Warum so?» stellte, der galt rasch als Stänkerer. Oder noch schlimmer: als SVPler.
Unterdessen ist auch diese Concorde schon weit geflogen, und das nächste erfolgreiche Scheitern zeichnet sich ab, nämlich Klassen, die zwar «integriert» sind, in denen aber nichts für niemanden mehr stimmt: weder für die neu integrierten Kinder noch für die bisherige Klasse und ebenso wenig für die Lehrperson. Die Konsequenz: Noch mehr bisherige Lehrkräfte brennen aus und noch weniger angehende übernehmen eine Stelle als Klassenlehrer, weil sie sich dort überfordert fühlen. Umso grösser die Absetzbewegung in den vergleichsweise weit weniger anstrengenden Berater- und Expertengürtel, der sich dann seinerseits an die Reform der Reform macht.

Von unten nach oben
Zurück bleiben die Klassenlehrerinnen und -lehrer mit noch mehr Sitzungen, Kommissionen, Frustrationen. Ein Drittel der Lehrkräfte, hat 2009 eine Umfrage der OECD ermittelt, fühlt sich durch die permanente Reformwalze und Bürokratie bei ihrer Arbeit überfordert. Wen wundert es, dass die Schule selbst in wirtschaftlich schwierigen Zeiten immer weniger guten Nachwuchs findet. Die Reformen — die eigentlich alles besser machen müssten — wirken offensichtlich abschreckend.
Doch was tun, damit Reformen tatsächlich gelingen und nicht erfolgreich scheitern? Das Wichtigste, sagt Reichenbach: Es braucht auch Reformen von unten nach oben. Nur wenn sie an der Basis akzeptiert sind, werden die Neuerungen auch umgesetzt und nicht über passiven Widerstand sabotiert. Umso betrüblicher, dass konsequent das Gegenteil passiert. Es wird allein von oben nach unten reformiert, über die Köpfe der Betroffenen hinweg. Einer der Reformslogans heisst zwar «Autonomie», mehr Selbstverantwortung für die Schulen, was theoretisch auch allseits begrüsst wird. Tatsächlich sind in den letzten Jahren überall Schulleitungen eingeführt worden — aber mit ihnen eben auch eine gewaltige Kontrollbürokratie, weil man oben dieser Autonomie misstraut. «Controllingwahn» nennt es Anton Strittmatter vom LCH. Lehrkräfte und Schulleitungen ertrinken seither in einer Formular- und Regulierungsflut, weil sie bald jede Massnahme im Schulzimmer dokumentieren und legitimieren müssen, auch aus Angst vor Rekursen verärgerter Eltern. Der wohlklingende Begriff Autonomie sei pervertiert worden, sagt Roland Reichenbach: «Autonom entscheiden bedeutet heute: Ihr könnt selber entscheiden, welchen Arm ihr euch abschneiden wollt.»
Eine zweite Voraussetzung für gelingende Reformen ist laut Reichenbach das Tempo. Man könne nicht dauernd und immer schneller reformieren, «erst recht nicht in der Schweiz, in deren politischer Kultur wenig Expertokratie steckt». Der Berner Erziehungswissenschaftler Fritz Osterwalder sagt dazu: «Ein wichtiger und historisch gewachsener Teil der Volksschule war die Aufsicht und Steuerung über Laiengremien. Das war einerseits effizient, anderseits erhöhte es die Akzeptanz der Schule in der Bevölkerung. Doch diese Laiengremien sind in den letzten Jahren systematisch durch die Bildungsverwaltung unterlaufen und zurückgedrängt worden. Offiziell dient das der Professionalisierung, doch normative Fragen an der Schule können nicht von Profis stellvertretend für die Gesellschaft beantwortet werden.»

Die Rolle der SVP
Wenn es in den letzten Jahren eine Reformbremse gab, dann war es die direkte Demokratie. Zum Beispiel die Abstrafung von Rainer Huber und dessen Projekten im Aargau, welche die Reformlust in der Bildungspolitik massiv gedämpft hat. Fast niemand mehr will im Moment je etwas von Reformen gesagt haben. Die Politik ist mehr oder weniger abgetaucht — doch die Reformen gehen weiter. Umso heftiger legt sich die SVP seit Harmos quer und bekämpft seither alles, was an der Schule neu werden soll. Ein überraschender Nebeneffekt dabei ist, wie viele Sympathien die SVP sich mit ihrer scharfen Reformkritik in der Schweizer Lehrerschaft geholt hat, welche ansonsten eher als linksliberal oder unpolitisch gilt. Man freut sich klammheimlich über die ungewohnte Unterstützung von rechts, wenn auch oft nur so lange, bis die SVP das nächste Bildungsbudget zusammenstreichen will.
Wenn er entscheiden müsste zwischen einer Schule der totalen Kontrolle und des organisierten Chaos, dann würde sich Roland Reichenbach garantiert für Letzteres entscheiden. An die grossen Würfe im Bildungswesen glaubt er schon lange nicht mehr. Dafür umso mehr an die einzelne Lehrerin und den Lehrer, die oder der vor einer Klasse steht. «Ich bin auf der Seite der personalen Beziehungen», sagt er, auch wenn man dies für «alte ‹Reformpädagogik›» halten könnte. «Am Schluss hängt Sinn und Gelingen im pädagogischen Bereich von konkreten Menschen ab, ihrem Einsatz, ihrer Haltung und ihren Beziehungen. Das mag naiv klingen, doch es ist leider eine Angst mancher Erziehungswissenschaftler, die ganz besonders wissenschaftlich sein wollen, nur ja nicht sentimental zu erscheinen. Aber die Lehrperson hat nun einmal an die Entwicklung der guten Kräfte im einzelnen Kind, der einzelnen Schülerin zu glauben und sich dafür nach Möglichkeit einzusetzen. Das ist eine reformunabhängige Konstante.»
In den nächsten Monaten steht eine ganze Reihe von wissenschaftlichen Tagungen an, welche die Reformfallen im Bildungswesen ausleuchten wollen. Das Thema gewinnt an Boden, eine schöne Überraschung für den «fröhlichen Pessimisten» Reichenbach. Er hält zwar vieles von dem, was er hier sagt, «im Grunde für banal. Aber dass es mal jemand offen anspricht, das hat offensichtlich eine befreiende Wirkung».

Martin Beglinger ist stv. Chefredaktor des «Magazins».
Der Zürcher Fotograf Tom Haller arbeitet regelmässig für «Das Magazin».
info@tomhaller.ch

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Uelis Gedanken rund um die Schule

Schulatmosphäre

Manchmal habe ich in letzter Zeit das Gefühl, in unserer Schule werde zwar sehr viel geplant und optimiert – allerdings so viel und so “ perfekt “ , dass die Menschen dabei fast auf der Strecke bleiben . Es ist von oben herab etwas kühl geworden , papieren und praxisfremd- so dass ich recht froh bin , bald einmal andere Wege gehen zu können . Alles Leben “ stört “ und lässt sich nicht wie Materie und Stückgut standardisieren und verwalten . Zum Glück haben wir ja noch die Kinder – die sind ja noch immer voller Leben und hin und wieder mit diesen und jenen Flausen !

September 2006

Qualität

Wer vor kurzem noch glaubte, die Bürokratie werde schlanker und man organisiere sich künftig entschlackt, sieht sich getäuscht ! Oha lätz, Papierberge, Aktenstapel, Dossiers,Konzepte und dergleichen mehr ad libitum !!! ! Der Krug geht zum Brunnen – bis er bricht !

Januar 2007

Noten

Vor noch nicht allzulanger Zeit wurde uns mit grossem Getöse und Aufwand weisgemacht, mit Noten sei eine Beurteilung der Schulleistungen nicht möglich oder zumindest nicht optimal – die Schülerbeurteilung ohne Noten wurde eingeführt – die Reform blieb dann allerdings in der 3.Klasse stecken (- wir 3./ 4. Klasslehrer haben seither die schwierige Aufgabe – den Paradigmenwechsel vorzunehmen ! -) nun scheinen ja die Noten wieder kräftig zuzulegen – jedenfalls haben die Schulleitungen aus der Chefetage die strikte Anweisung bekommen – ab Februar 2007 die vollständige und korrekte Notensetzung in den Zeugnissen zu überprüfen !

Januar 2007


Sparen

Vor 10 Jahren wurden die Trimbacher Schulen von je einer Vorsteherin oder einem Vorsteher pro Schulhaus ( davon war jemand Gesamtkoordinator ) geführt- was die Gemeinde total rund *15 000.- Franken* kostete !

Heute beträgt das Budget für die Schulleitung Trimbach für 2007 rund *200 000.- Franken* . Das System muss also nun etwa 12mal besser sein ! ?

Januar 2007

Experten- und Beraterinflation

Die Flut von Reformprojekten/-projektlein/ Qualitätssicherungskonzepten und dergleichen mehr generiert immer neue Heerscharen von Expertinnen / Beratern / Coaches – was zu immer neuen Fachstellen, Forschungsaufträgen,Evaluationen führt – teuer ist und nach meiner Meinung für den Schualltag mit den Kindern eher wenig bringt . Mehrwert fraglich.

Januar 2007

Fachjargon

Die Sprache in den vielen Papieren ist oft Kauderwelsch vom Feinsten,eine Art Nirgendwosprache – verschlüsselt und verminggimänggelet. Das Ritual des Fachjargons wird sorgfältig gepflegt, die Form soll wohl den oft dürftigen Inhalt kaschieren . Warum auch einfach und klar, wenn es kompliziert und unverständlich geht. Das Vokabular soll Wichtigkeit, Bedeutung erzeugen. Da wimmelt es von Enzwörtern wie Kompetenz, Effizienz, Kongruenz und was der -enzen noch alle sein mögen.Es wird gefeedbackt, gebenchmarkt, gemonitort,reported,gecoacht, downgesized, zieldeterminiert, prozessiert….. Das erzeugt Wirkung, blendet eventuell — *aber hat da Sprache noch etwas zu sagen?* Mit der Effekthascherei,der Phrasendrescherei hat unsere Sprache – auch die Fachsprache – ein Niveau erreicht, die das Individuelle, *das Persönliche, das Einzigartige verschwinden lässt.*

Januar 2007

Evaluation

*Bewertung* würde auch passen , nur tönt es so simpel und jeder verstehts.

Januar 2007

Dickicht wuchert

Text von Norbert Kiechler

Merkwürdig still ist es geworden um sie. Damals ein Hype, heute ein Flop? Die versprochene autonome Schule, die ihre Aufgaben und Probleme vor Ort möglichst selbstständig und unbürokratisch löst. Vor zehn Jahren hat man sie mit schriller Reformrhetorik angekündigt. Nun müsste sie doch irgendwo zu finden sein, diese Schule mit Gestaltungsautonomie. Ich mache mich auf die Suche und durcheile die Schullandschaften. Dickicht wuchert, macht ein Vorwärtskommen schwer. Ich erfahre Lehrer, die ob der gigantischen Sitzungs- und Regelungsdichte stöhnen und sich gegängelt fühlen. Schulleiterinnen, die von oben verordnete Evaluationsprogramme in horrendem Tempo durchziehen. Schulräte, die wider ihren Willen auf strategische Aufgaben zurückgestutzt werden. Schulinspektoren, die nun als Evaluatoren in einer Endlosschlaufe die Evaluation der Evaluation evaluieren. Überrissene Qualitätssicherungskonzepte, die neue Experten, Fachstellen und Forschungsaufträge für PHs generieren. Bildungsdirektoren, die den freien Lehrmittelmarkt mit dirigistischen Massnahmen einschränken wollen. Lehrplankonstrukteure, die an Standards und an einem nationalen Lehrplan arbeiten – flächendeckend gedacht und zentral überprüfbar. Lehrerkollegen, die seit PISA ihre Methodenvielfalt einebnen auf «teaching to the tests» und Rankings. Und schliesslich lese ich bei einem Schulentwickler der LCH, dass unter dem Titel «Schulautonomie» eine noch nie gekannte Rechenschafts- und Inspektionsbürokratie aufgegleist werde. Tatsächlich, es wird wieder tüchtig reguliert, reglementiert, diktiert, an die kurze Leine genommen. Die Gestaltungsautonomie für Schulen ist flöten gegangen. Oder doch nicht? Ich finde immer wieder kleine Biotope, wo man sich wohl fühlen kann. Wo gebliebene Freiräume genutzt werden. Wo die Lehrkräfte wieder Lust bekommen, die Autonomie einzufordern und auszugestalten. Worüber wir hier gerne berichten. Zum Beispiel über jenen Schulleiter, der gleich bei Schuljahresanfang Ballast abwirft: Er halbiert die Sitzungsanzahl und den Konzeptpapierausstoss, fühlt den Puls der Lehrkräfte und lässt sie wieder aufatmen für den Unterricht. Und schliesslich stellt er bei jeder Neuerung konsequent die Fragen: Was handeln wir uns damit ein? Was hat sich bei uns bewährt? Und wozu wollen wir Sorge tragen? Eine Vorteil-Nachteil-Einschätzung, transparent für jeden, vor Ort diskutiert und autonom entschieden, wenns sein muss auch mal «neben den Apparatschiks vorbei». Oder die zwei Basler Klassen mit ihrem Vorhaben, das wir auf den folgenden Seiten vorstellen: Schüler wollen eine Schuluniform testen. Lehrer und Schulleitung unterstützen dieses Projekt und integrieren es in ihr Schulentwicklungsprogramm. Klug dieser Support, echt diese Wertschätzung, erfrischend diese Initiative «von unten». Spontan, ausgehend von den eigenen Bedürfnissen, selbstständig, selbstbestimmt, eben autonom.

Quelle:
Editorial von Norbert Kiechler n.kiechler@schulpraxis.ch Die Neue Schulpraxis 8/ 2006

Februar 2007

Sorgfalt

Sehr oft wäre weniger mehr. Aber im Wettrennen um Qualitätssteigerung, Leistungsoptimierung und „Alles wird besser“ bleibt nur zu oft die Sorgfalt, Beharrlichkeit und die Geduld komplett auf der Strecke.
So lässt man halt dann das vor kurzem noch hochgejubelte Projekt wieder fallen – lässt es in Regalen und Aktenschränken oder auf zusammengerollten Flipchartpapierensanft ruhen und ins Nirwana entgleiten und wendet sich begeistert oder nicht der nächsten, neusten Welle zu . So geht es natürlich nicht nur bei uns – auch die Massenmedien rennen hektisch von einer Sensation zur andern .

*Mensch denk nach – halte inne und erinnere dich an das berühmte Rennen zwischen Hase und Igel !*

Allerdings sind solche Veranstaltungen eh ziemlich unnütz und überflüssig , so oder so !

Februar 2007

Ist mehr mehr ?

Wird unser Leben besser durch immer mehr – vollere Tage, vollere Terminkalender, vollere Taschen – mehr Konsum, mehr Verabredungen, mehr Sitzungen, mehr Gespräche, mehr Ideen, mehr Projekte, mehr Erlebnisse, mehr Kicks, mehr Papier,mehr Computer, mehr Konzepte —- mehr – mehr – mehr !

Mehr Glück ? Mehr Zufriedenheit ? Mehr Qualität ? Und irgendwo stossen wir dann an die Decke – des absoluten Tempos, der Belastungsgrenze , der Leistungsgrenze !

Februar 2007

Anstand,Würde und Noblesse

Die Missachtung, ja geradezu Verhöhnung von wesentlichen Werten wie Anstand, Würde, gepflegte Sprache in Medien, Politik und in der Oeffentlichkeit hat bereits fast unerträgliche Ausmasse angenommen ! Wie kann man da nur anständig und wertschätzend zusammenleben ? Und was geben wir unsern Kindern hier für Vorbilder und Leitlinien mit? Und dann lamentiert die gleiche Gesellschaft lautstark darüber – wie unmöglich sich die von ihnen so „genährten“ Kinder und Jugendlichen sich doch verhalten und benehmen !

Nachhaltigkeit

Neuerdings wird der Begriff auch in der Bildungsindustrie vermehrt vermarktet.

Der Begriff Nachhaltigkeit stammt ursprünglich aus der *Forstwirtschaft und wurde 1713 von Hans Carl von Carlowitz* geprägt. Er bezeichnet die Bewirtschaftungsweise eines Waldes, bei welcher immer nur so viel Holz entnommen wird wie nachwachsen kann, so dass der Wald nie zur Gänze abgeholzt wird, sondern sich immer wieder regenerieren kann. Hierauf geht der Artikel Nachhaltigkeit in der Forstwirtschaft näher ein.

Der heute zentrale Begriff „nachhaltige Entwicklung“ ist erst jüngeren Datums (1987) und wurde von der Brundtland-Kommission definiert. Nachhaltige Entwicklung ist die übliche Übersetzung des englischen Begriffes sustainable development (dauerhafte, (tragfähige) Entwicklung). Dieser bezeichnet eine Entwicklung, welche den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. Hierauf und auf die moderne Bedeutung von Nachhaltigkeit geht der Artikel nachhaltige Entwicklung näher ein.

Infolge dieser politischen Entwicklung wird der Begriff Nachhaltigkeit auch zunehmend von einzelnen Wirtschaftsbranchen aufgegriffen und diskutiert. Hierzu zählt etwa die Bau- und Papierindustrie, aber auch die Elektronikindustrie. Auf sie geht der Artikel Nachhaltigkeit (EDV) ein.

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

Schule und Erziehung

stark-durch-erziehung.gif

Die Medienberichte zu den Vorkommnissen an der Zürcher Primarschulklasse werfen ein Schlaglicht auf ein Problem, von dem viele Schulen, Lehrerinnen und Lehrer in unserm Land betroffen sind. ( Ich weiss, wovon ich spreche, ich bin seit 40 Jahren Lehrer auf verschiedenen Primarschulstufen.)

Sie zeigen nur die Spitze eines Eisberges.

Viele L haben Angst davor – als unprofessionell oder unfähig zu gelten, wenn sie derartige Probleme nicht lösen können . Vielfach werden sie auch durch vielfältige Vorschriften daran gehindert, rasch – effizient und wirkungsvoll Massnahmen & Strafen anzuwenden . Manche Eltern nehmen ihre Erziehungsverpflichtungen eher wenig wahr- die Schule solls richten und wird dabei oft akribisch genau in Pflicht genommen .Auch in der aktuellen Qualitätssicherungsbewegung wird nach meiner Auffassung viel zu stark auf die Schule fokussiert – die Aufgaben, Verpflichtungen – d.h. Verantwortung für die Qualität der Betreuung und Erziehung seitens der Eltern wird nur marginal berücksichtigt und bezieht sich bei Befragungen und Bewertungen fast nur darauf, wie Eltern mit der Schule und ihren Dienstleistungen zufrieden sind. Eltern haben eine zentrale Rolle und Verantwortung – wenn sie ihre Kinder nicht erziehen und gemeinschaftsfähig machen, wird es die Schule nie schaffen ! Wo bleibt hier die Qualitätssicherung ?

Die vielen S aus völlig andern Kulturen – mit ihrem andern Wert- und Normensystem erschweren die Sache zusätzlich . Dabei ist auch bei uns in unserm Kulturkreis sehr beliebig geworden – was gilt:Was sind allgemein verbindliche Werte und Normen, auf die wir in einer Schulgemeinschaft zählen können ?

Dazu einige Gedanken aus der Broschüre :

Acht Sachen …. die Erziehung stark machen

Link zur Webseite siehe unten :
Elterliche Kompetenzen sind nicht angeboren, sie können aber erlernt werden.

Erziehung spielt eine grosse Rolle in der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Eltern und andere Erziehungspersonen haben einen entscheidenden Einfluss darauf, wie Kinder und Jugendliche sich entwickeln.

Familien sind das wichtigste soziale Netz unserer Gesellschaft. Sie begleiten Heranwachsende auf ihrem Weg zur Selbständigkeit und vermitteln Werte von einer Generation an die nächste.

Mit dem Ziel, Eltern bei ihrer schönen, aber auch anspruchsvollen Aufgabe der Erziehung ihrer Kinder zu unterstützen, lancierte der Schweizerische Bund für Elternbildung SBE am 2. September 2006 die nationale Kampagne “STARK DURCH ERZIEHUNG”. Eltern sollen motiviert werden, sich verstärkt mit Erziehungsfragen zu befassen und sich die nötigen Kompetenzen zur Erziehung ihrer Kinder anzueignen und zu vertiefen – dies bevor in Familien Überforderung und Resignation Einzug halten.

Mehr dazu :

www.e-e-e.ch

April 2007

schulzimmer 07

ueli-mit-hut.JPG

Biographisches zu Ueli

  • 1968 startete ich an einer Mehrklassenschule im Bühl / Toggenburg mit 31 Kindern in 6 Klassen in mein Berufsleben.
  • Bis 1974 arbeitete ich in Niederuzwil ( 3./ 4. Klasse )
  • Seit 1975 ( 5./ 6. Klasse – 3./4.Klasse – Kleinklasse L ) in Trimbach
  • In unserer Schulanlage betreue ich den ICT-Bereich (Mac)
  • Im kommenden Sommer gehe ich in Pension und mache gerne jüngeren, motivierten und gut ausgebildeten Kolleginnen/ Kollegen Platz.
  • Habt immer euer Herz dabei, liebt und achtet die euch anvertrauten Schulkinder, begegnet Kolleginnen/Kollegen, Eltern und andern Profis mit Wertschätzung und Geduld .
  • Sucht jeden Tag etwas, woran oder worüber ihr euch freuen könnt.
  • Herzlichkeit, Gelassenheit und Humor erleichtern das Lehrerinnen- oder Lehrerleben ungemein !
  • Nicht jede Neuerung, Reform oder anderweitige Qualitätssteigerung hält, was sie verspricht ! Prüft gut und folgt eurem Gefühl und der Intuition .
  • Dennoch : Lernen und dich auf Neues einstellen – damit höre nie auf! Die Welt wird sich immer verändern !
  • Lasst euch nicht zur Lehrperson umfunktionieren … da ist der Weg zur Unperson nicht mehr weit!
  • Mir würde es jedenfalls nicht im Traum einfallen, mich auf die Frage nach meinem Beruf als Lehrperson zu bezeichnen.
  • Sorgt dafür, dass unsere Schule weniger mit Papier, Listen und Abhäkelbogen und mehr mit Leben erfüllt bleibt – plant gut, aber massvoll und realistisch !
  • Planwirtschaft hatten wir schon mal – was daraus wurde, kennen wir ja inzwischen ! )
  • Bleib bei dem, was dir wirklich wichtig ist und tu was du gut kannst.
  • Allen wünsche ich viel Energie und Freude zum „Schule machen“!
  • Kinder brauchen Liebe, um zu leben


Schuljahr 2006 / 2007

Das ist unsere Klasse

KK 2 zu Beginn des neuen Schuljahres 2006 / 2007

Stundenplan 06 / 07

Hier noch ein paar Bilder zu

unserm Schulhaus und Schulzimmer

Das ist unser Schulhaus

– hier ist unser Klassenzimmer !

-oft arbeiten wir auch am Computer

mit Lernprogrammen oder schreiben

Texte damit .

fleissige Schreiberinnen und Leser

Unser Aquarium musste leider der

Schulzimmerrenovation weichen .

Herr Zellweger vermisst es immer noch ein wenig .

unsere Leseecke

und hier zum Schluss

noch unsere lieben Ehemaligen ……

aus den letzten Schuljahren

macht doch ein Besüchlein …..

umgezogen

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3 Antworten auf “Schule”

  1. Lieber Ueli,
    mit Interessen haben wir deine Gedanken gelesen und teilen deine Gefühle weitgehend.
    Nicht nur in der Schule, sondern auch im Gesundheitswesen und in der
    Sozialarbeit wird alles auf den Kopf gestellt und der abhängige Mensch
    kommt immer mehr in die Mühlen der Administration und seine Bedürfnisse werden schlecht wahrgenommen.
    Nun hast du dein Berufsleben bald hinter dir und wir wünschen dir viele
    schöne Erinnerungen.
    Liebe Grüsse Ruth

  2. guete tag

    us luuter zuefall bini uf die websiite gstosse, ha die gedanke zu de hüttige schuellandschaft ufgnoh und mir au es paar sache wieder usgrabe… ich bi weder lehrer no susch irgendwie i de bildigspolitik tätig, fühle mi bi dene schueldiskussione im kollegechreis (ja, dett häts es paar lehrer us verschiedne stufe und regione) irgendwo zwüsched stuehl und bank. einersiits stohni im bruefsläbe als dipl. ing und bi zwunge rationell und eifach komplexi sachverhalt z löse, technik, hypes und mänsche zämezbringe. anderersiits stöhnd d die (nach eigne agabe) mit sozialkompetänz und humanistischer rundumbildig usgstattete kollege/inne do, wo bi kritische üsserige sich rächt schnäll agriffe fühled. dörf ghöre, das sich *all* als halbi experte fühled, nur wills mol sälber i de schuel gsi sind, aber ir tatsach kei ahnig händ. langi red, churze sinn, ich bi froh, dasi die iträg und gedanke vome erfahrne bruefsmänsch ha dörfe läse. es bestätigt mir es bitzli die beobachtige und gedanke womer halt au mach zum thema.

    d aforderige ane schuel sind gwachse, gwüssi useforderige sind gä, de kulture- und sprachemischmasch, d reizüberfluetig etc. sind nun mal realität. aber wieso bürdet eim d amtsstelle no meh uf wo de nutze wänig sichtbar isch?

    ich hoff eifach, dass e gägebewegig isetzt, wo belastendi arbete ohni sichtbare nutze konsequänt i frog stellt und au mol de muet hät, das zruggzwiise, wo proaktiv und uf me praktikable wäg de gstigne aforderige reagiert, wo (sorry, bi grad ime Kurs vo de Firma…) de blick für de chund ( s chind) nüd verlüürt und und und… ich bi gspannt, was für lehrer sich bi me allfällige nachwuchs ums kümmeret, hoffe au uf en engagierte (und im sinn vom chind au chli en trotzige gäge unsinnigi projekt *g*, mini understützig hett er)

    so, gnueg philosophiert… en guete rest i de (zahlte) arbetswält (will d arbet goht eim ja nie uus…), wänig bürokratie und näbeprojekt und alles gueti susch ir zuekunft

    norbert suter

  3. hallo ueli, das schulhaus bühl in nesslau wird diesen sommer wegen zu tiefen schülerzahlen geschlossen. wir machen darum am 13. juni ein grosses schulhausfest. du bist herzlich dazu eingeladen. ich werde auch peter roth und ursula löpfe-schlaginhauf als deine nachfolgerin einladen. wenn du mir deine neue mailadresse schickst (andi_hon@gmx.ch) kann ich dir ein programm mailen.
    herzlichen gruss aus dem toggenburg
    andi honegger

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